Fes ist ein bisschen von allem. Es ist fremd und anders als andere Städte in Marokko, die ich bislang kennen gelernt habe. Es ist anstrengend, mit seinen nervigen Typen, die einem ständig erzählen wollen, dass man in die falsche Richtung läuft und sich ohne ihre Hilfe sowieso verirrt. Es ist wunderschön und geheimnisvoll mit seinen engen Gassen und verwunschenen Winkeln. Unglaubliche Schätze liegen hier versteckt, die darauf warten, entdeckt zu werden, hübsche Plätze, kleine, verzierte Brunnen, halb zerfallene Medresen. Dann wieder dreckige Ecken und Müll. Es duftet nach Gewürzen und stinkt nach Gerbereien.
Wir begegnen liebenswerte Menschen, etwa einen altem Mann mit Brille und Kapuzenmantel, der uns mit einem freundlichen Lächeln helfen will, den Weg zu finden, obwohl wir uns kaum mit ihm
verständigen können. Dann ärgern wir uns über noch mehr nervige Typen, wie uns alle hinterher schreien, dass man von ihrer Dachterrasse aus die Gerber sehen kann – dass einmal reicht, scheinen
sie nicht zu begreifen.
Man möchte am liebsten alles erkunden und wird doch müde vom vielen Auf und Ab. Wir lassen uns auf einer Dachterrasse beim Tee die Sonne ins Gesicht scheinen und frösteln in den engen
Häuserschluchten, wo uns kaum ein Sonnenstrahl erreicht und wir zu spüren glauben, dass uns eine feuchte Kühle durch die Nasen bis in die Stirnhöhlen kriecht. Wir fühlen uns fremd und treffen
doch mitten im Gewühl Dagmar und Lars wieder, mit denen wir einen lustigen Nachmittag verbringen und abends in unserem Bus Glühwein trinken gegen die Kälte (Die beiden zelten!). Am Ende sind wir
froh, dass wir in Fes waren und ebenso froh, dass wir wieder weg sind und uns an einem ruhigen Plätzchen auf den sanften Hügeln oberhalb von Meknes erholen können.
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