Me I go to de bush

Wir nähern uns Gambia quasi von der Mitte her – was sich mal wieder als eine glückliche Entscheidung erweist. Von anderen Reisenden hören wir später, dass sie am Grenzübergang und an der Fähre Barra-Banjul böse abgezockt werden, Bestechungsgeld bezahlen, um überhaupt auf die Fähre zu kommen oder gleich zweimal das Auto auspacken dürfen, weil die Drogenkontrollen hier mehr als gründlich sind.

Wir bekommen von alldem nichts mit. Die Grenze bei Farafenni kommt so unvermittelt und unspektakulär daher, dass wir sie zunächst für eine der üblichen Polizeikontrollen halten. Auf die Frage, wo wir denn hin wollen, antworten wir brav "Nach Gambia!". Der Polizist lacht und meint "Dann müsst ihr jetzt hier die Zollformalitäten erledigen", und deutet immer noch grinsend nach vorne, wo tatsächlich ein Schild mit der Aufschrift "The Gambia" steht.

 

Das Zollprozedere ist unspektakulär – ebenso die Kontolle im Auto. Der Grenzübergang ist allerdings so klein, dass man uns nur einen Einreisestempel geben kann. Den eigentlichen Visumsstempel müssen wir uns ein paar Kilometer weiter im Ort holen. Dort geraten wir an einen überaus netten und hilfsbereiten Immigration Officer, der uns gleich noch zu einem vertrauenswürdigen Geldwechsler bringt und uns außerdem rät, uns an der Fähre an seine Frau zu wenden, die dort arbeitet. Sie soll dafür sorgen, dass wir zügig abgefertigt werden. So gefällt uns das.

 

Am Südufer angelangt, fahren wir viele Kilometer durch trockenes Buschland, an Dörfern mit Rundhütten und an großen Termitenhügeln vorbei. Die Straße ist schlecht, so dass wir nur schleichend vorwärts kommen.

 

 

Was aber wirklich nervt, sind ständige Kontrollen: Polizei, Zoll, Immigration, Drogenfahndung, Militär, Paramilitär – alle 10 bis 15 Kilometer will einer was. Zur Krönung des Ganzen werden wir irgendwann rausgewunken und müssen Ferdinand am Straßenrand parken. Der Präsident wird erwartet, und niemand darf weiterfahren...

 

Nach zwei Stunden Warterei in der sengenden Sonne ist es endlich so weit. Ein Militärkonvoi kommt angerast, in der Mitte zwei Stretch-Limousinen der Marke Hummer mit getönten Scheiben. Plötzlich ertönt Geschrei und Menschen liegen auf der Straße. Zuerst denke ich erschrocken, dass irgendwas passiert ist, erkenne dann aber: Der hohe Herr hat Keksrollen unters arme Volk werfen lassen! 

 

Überflüssig zu sagen, dass das bei uns einen schalen Geschmack hinterlässt. Überflüssig auch zu erwähnen, dass wir ziemlich um unsere Fassung ringen müssen, als nach dieser Aktion ein Drogenfahnder meint, Ferdinand durchsuchen zu müssen. Wir hatten soeben zwei Stunden (!!!) direkt vor seiner Nase gestanden!

 

So kommen wir am Ende ziemlich abgekämpft in Sukuta an, wo wir den "Camping Sukuta" ansteuern, der uns ja schon vor rund 2000 Kilometern (in der Westsahara) ständig angekündigt wurde...

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Eine Familie unterwegs im Oldtimer-Bus

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