10. Türchen: Weihnachten mit der Pistenkuh

Copyright: pistenkuh.de
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Seit mehr als 7 Jahren sind Sabine und Burkhard unterwegs mit ihrer lila Pistenkuh, einem alten Magirus Deutz 170, getüncht in eben jener Farbe. In der Reiseszene sind sie wohlbekannt, wer sie nicht kennt, kann ja mal auf ihrer Homepage stöbern. Mit unserer Anfrage für den Adventskalender haben wir die beiden auf dem Absprung nach Australien erwischt. Weihnachten feiert das "Team Pistenkuh" also Downunder. Weil sie aber nach ihrer Ankunft erstmal einiges organisieren müssen (z.B. das neue Reisefahrzeug lila rollen), haben sie für uns in ihren Fundus gegriffen und erzählen uns eine Geschichte aus Ghana. 

 

Weihnachten in Ghana

„Hey, das ist ja lustig!“, rufe ich zu Sabine, denn da läuft ein Mann mit Glitzerkunststofftannenbaum unterm Arm und Nikolausmütze auf dem Kopf über den Marktplatz. Keinen stört es, keiner guckt, außer den Fremden, die scheinbar mal wieder nichts verstehen.

 

Kunststofftannenbaum muss sein, denn echte Tannen gibt es hier nicht, zudem würden die Kerzen in der Hitze schmelzen. Wir sind in Ghana, das Thermometer steht bei über 30° und überall erklingen Weihnachtslieder wie „Jingle Bells“, oder „White Christmas“. Schnee gibt es hier nie. Wenige Minuten später bekomme ich eine Lektion in Weltanschauung und Toleranz.


Der Glitzerkunststofftannenbaummann ist Muslim und feiert Weihnachten. „Es schneit bei 30°“ - geht es mir durch den Kopf. „Weihnachten ist doch ein Fest der Freude, warum soll man ein frohes Fest nicht feiern, egal welche Religion man hat?“ Ich habe kein Argument dagegen. „Ich habe viele Freunde, die sind Christen und die freuen sich jetzt, da freue ich mich doch mit denen mit. Und natürlich feiere ich auch ihr Fest mit. Wenn wir unser muslimisches Hammelfest feiern, da feiern auch unsere Freunde mit und natürlich sind das auch Christen. Das ist doch völlig normal. Freundschaft und Liebe kommt direkt von Gott, das ist doch wichtiger als Religion.“


Der Glitzerkunststofftannenbaummann muss weiter. Später sehe ich die Kunststofftanne bei seinen gelben Plastiksandalen vor der Moschee stehen.

Heiligabend grillen wir ein Schwein am Strand. Fürs Schwein kein Frohes Fest, aber so ist es nun mal, des einen Freud, des anderen Leid. Wir teilen das Schwein unter unseren Gästen, und singen alle zusammen: „Let it snow“ –  vielleicht schneit es ja Freundschaft und Toleranz.

Frohe Weihnachten wünschen Sabine und Burkhard.

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