Winterzeit - Drecksarbeit

Irgendwann im November haben wir Ferdinand in sein Winterquartier gebracht. Das fällt mir jedes Jahr schwer, denn so lange der Bus vor der Tür steht, könnte man zumindest jederzeit losfahren. Aber an der Straße rumstehen - insbesondere im Winter - tut ihm nunmal nicht gut, und längere Stehzeiten in der Stadt sind sowieso nicht empfehlenswert: Man könnte ja mal dran rumfummleln, dranpissen, einbrechen, in der Hoffnung größere Schätze zu finden, irgendwas aus Jux und Dollerei zerstören, oder was auch immer. Ein entfernter Bekannter von uns musste sogar mal feststellen, dass während der Stehzeit ein Inder in den Hanomag eingezogen war!!!

Und weil es nunmal eher unwahrscheinlich ist, dass wir in nächster Zeit mal losziehen, lassen wir den Verstand über das Herz siegen und bringen Ferdi in die Halle - in seine Winter-WG...

 

Für uns heißt das aber nicht, dass wir uns jetzt auf's Sofa zurückziehen. Wir haben uns einiges vorgenommen für die Winterzeit und kümmern uns um Ferdis Unterboden. Wir befreien das Chassis Stück für Stück von einem hartnäckigen Gemisch aus Unterbodenschutz und marokkanischem Lehm. Dafür tanzen wir Limbo unter der Kardanwelle und üben Werstatt-Yoga irgendwo eingeklemmt zwischen Differenzial und Radkasten. Was wir unter der Lehm-Bitumen-Wachs-Schicht finden, lässt uns - je nach freigelegter Stelle - zwischen "oh yeah" und "oh je" schwanken. Aber alles in allem denken wir, dass wir uns rechtzeitig an die Arbeit gemacht haben. 

 

 

Abends sehen wir natürlich aus wie die Sau. Doch das Ganze ist nicht nur mühsam und ein echter Drecksjob. Die Sache zieht sich auch Ewigkeiten hin. Wir müssen unsere Arbeit auf die Wochenenden beschränken, wenn Lotta zu den Großeltern kann. Und selbst dann drücken sich Jobs und diverse andere Baustellen immer wieder in den Vordergrund. Erst dieses Wochenende habe ich wieder mit einem nagenden "aber eigentlich müsste ich noch"-Gefühl unter dem Bus gelegen. Das zeigt uns einmal mehr, wie weit wir momentan von unserer Vorstellung von einem freien Leben entfernt sind. Höchste Zeit, ordentlich aufzuräumen - nicht nur auf Ferdis Unterseite… Also: Handschuhe und Schutzbrille anziehen und ran an die Arbeit! 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Jürgen aus Schwaikheim (Mittwoch, 17 Februar 2016 11:25)

    Jaaaa, das kenn ich auch!
    Gruß von Jürgen aus Schwaikheim
    Scheffe von URI.

  • #2

    Team Ferdinand (Mittwoch, 17 Februar 2016 11:29)

    Mensch, Jürgen, wie schön, von Dir zu hören! Wie geht es Euch? Und vor allem: Wie geht es URI? Hast Du eigentlich mal Bilder von unserem kleinen Treffen beim Geburtstag meines Vaters bekommen?
    LG Steffi

Team Ferdinand
Eine Familie unterwegs im Oldtimer-Bus

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