Südfrankreich: Am Mittelmeer entlang

Der Hérault hat uns fast bis zum Mittelmeer begleitet, und wir landen erstmal in Marseillan-Plage. Zugegeben, der Ort selbst ist eigentlich furchtbar, aber der Strand ganz angenehm - zumal mit Kind. Außerdem verbinden mich mit Marseillan-Plage viele gute Erinnerungen. Schließlich war ich schon vor rund 40 Jahren ab und an dort - damals allerdings mit einem anderen 508, namens Uri II.

 

Echtes Badewetter herrscht leider nicht, und zudem ist das Wasser noch ganz schön kalt. Zum Muschelsammeln und für die eine oder andere Sandburg reicht es aber doch. "Moules et Frites" gibt es auch, und Lotta ist von Strand und Meer so begeistert, dass wir aufpassen müssen, dass sie sich nicht alleine auf den Weg dorthin macht. Wir hören in den folgenden Tagen noch öfter, dass es ihr am besten in Marseillan Plage und Köln-Kalk gefällt... ;-)

 

 

Recht schnell verspüren wir aber wieder Hummeln im Hintern und brechen auf. Wir folgen der Küste in Richtung Osten und machen einen Schlenker in die Camargue. Naja, wir durchfahren sie eher, als wir sie bereisen, denn irgendwie werden wir mit dieser Region nicht so recht Warm. Zum einen ist da Faszination: Die Flamingos, die Salzfelder, das üppige Grün. Und zum anderen hab ich Horror-Erinnerungen die Mücken betreffend, und irgendwie lockt es uns kaum einmal anzuhalten und auszusteigen. Warum auch immer. Erklären kann ich es nicht.

 

Wir steuern den Plage de Piemanson an – auch wenn wir vorgewarnt waren und die Schilder an der Straße schon viele Kilometer vorher Klartext sprechen: Das wilde Camperleben am Strand ist vorbei! Noch - so scheint es zumindest, also wir dort sind - ist es wenigstens möglich, am vorderen Strandabschnitt, auf einer von dicken Holzpfählen umzäunten Fläche zu stehen. Weiter hinten, auf einem Parkplatz neben der Straße stehen eine Reihe dicker Wohnmobile dicht an dicht gedrängt. Zu sehen ist kaum jemand: Es windet sehr und die meisten haben sich in ihren Autos verschanzt. Irgendwie erinnert uns die Gesamtsituation auf merkwürdige Weise an Dakhla. Hoffentlich entdecken wir nicht auch noch den "Lac de Kack"...

 

Und beschert der Plage de Piemanson einen wunderschönen abendlichen Strandspaziergang, bei dem wir jede Menge tolles Treibholz sammeln, und eine windige Nacht. Dann haben wir genug.

 

 

Weiter geht es zur Côte Bleue... 

 

 

...und schließlich nach Cassis - um endlich, endlich mal die Calanques zu sehen. Das haben wir schon seit Jahren auf dem Zettel, und immer kam was dazwischen. Auch wird es eher eine Schnuppertour. Wir haben nicht mehr viel Zeit für einen intensiven Besuch und sind außerdem nicht in bester Verfassung zum Wandern: Stephan hat eine Gelenkkapselentzündung am großen Zeh, die gerade soweit besser abgeklungen ist, dass wir zumindest eine kurze Wanderung wagen können. Lotta befindet sich gerade in einer wanderfaulen Phase. Und ich bin derzeit nicht in der Verfassung, die Kraxe mit einem dreijährigen Kind über längere Strecken zu tragen und daher keine große Hilfe. Trotzdem machen wir uns auf den Weg, um und wenigstens einen ersten Eindruck zu verschaffen. Und was soll ich sagen? Die mal tiefblauen, mal türkisfarbenen Buchten, eingebettet zwischen schroffen sandgrauen Felsen und grünen Kiefernwäldern sind einfach wunderschön. Ich bin sicher, dass wir wiederkommen, um dann hoffentlich mit besseren Voraussetzungen ein größeres Stück an der Küste enttlangzuwandern.

 

 

Während wir in den Calanques unterwegs sind, merken wir, dass da Wetter umschlägt. Wir erreichen Ferdinand gerade als die ersten dicken Regentropfen auf unsere Kopfe fallen. Für uns ist das das Zeichen, heute Abend schon der Küste den Rücken zu kehren, und uns irgendwo weiter im Landesinneren ein Plätzchen für die Nacht zu suchen...

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Karl B.Scherrer (Mittwoch, 22 Juni 2016 14:16)

    hei ist ne Schøne Gegend wahr schon oft dort .Wunsch Euch weitrhin Gute Reise .Reisegruesse von Norwegen

  • #2

    Team Ferdinand (Mittwoch, 22 Juni 2016 14:29)

    Hei Karl B. Scherrer,
    vielen Dank für die Grüße. Wir mögen Südfrankreich auch immer wieder. Aber in Norwegen hat es uns letztes jahr auch sehr gut gefallen! Leider war ich damals zu faul zum Bloggen, so dass wir keine Norwegen-Berichte auf der Seite haben...
    Viele Grüße vom Team Ferdinand

Team Ferdinand
Eine Familie unterwegs im Oldtimer-Bus

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Nach längerer, ungeplanter Internet-Diät, sind wir Ende November in Griechenland angekommen. Irgendwie finde ich seither nicht mehr so recht ins Bloggen. Aber bald werde ich versuchen, das Reisetagebuch wieder up to Date zu bringen. Bis dahin könnt ihr auf facebook sehen, was wir so treiben...

 

 

 

 

 

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