Slowenischer Herbst – und eine Passfahrt mit Hindernissen

Wir lieben Slowenien und sind unserer Freundin Kirsten wirklich dankbar, dass sie uns vor ein paar Jahren geraten hat, auf unserer Herbsttour doch mal hierher zu fahren. Insbesondere hat es uns der Norwesten angetan: schroffe Berge und  kristallklares Wasser, über das wir jedes Mal auf's Neue staunen. Und gerade um diese Jahreszeit finden wir es hier wunderschön.

 

Es ist also Zeit, einen Gang runterzuschalten – oder besser gleich mehrere (Was bleibt einem auf dem Weg über den Wurzenpass auch anderes übrig?) und das Reisetempo deutlich zu verringern. Wir nutzen das warme Herbstwetter für einen kurzen Abstecher in den Triglav-Nationalpark und brummen das Vrata-Tal hoch – die unten angekündigten 25% Steigung halten wir allerdings für ein Gerücht –, um den Triglav, den höchsten Berg der Julischen Alpen einmal aus der Nähe zu bewundern (Sorry, kein Foto: Der gnädige Herr stand nicht nur im Gegenlicht, sondern hatte sich auch wenig fotogen in einen leichten Dunstschleier gehüllt). Wir sind froh, dass wir keinerlei Ehrgeiz verspüren ihn zu besteigen und begnügen uns mit einer kleinen Spazierrunde - mehr wäre hier oben mit leichten Wanderschuhen und Baby in der Trage ohnehin übertrieben...

 

Nach einem kurzen Abstecher in eines der abgelegenen Täler im Nationalpark, entscheiden wir uns Ferdinand einmal mehr in die Höhe zu treiben, und wie schon vor fünf Jahren über den Vršič-Pass ins Soča-Tal zu fahren – diesmal mit etwas mehr Zeit im Gepäck.

 

Passfahrt mit Hindernissen

Vielleicht, so denken wir uns, können wir gleich noch die kurze Wanderung zur Soča-Quelle machen, wenn wir auf der anderen Seite sind. Doch wir haben die Rechnung nicht mit den slownischen Straßenarbeitern gemacht. Ungefähr auf halber Höhe ist die Straße gesperrt – bis Nachmittags um 15:00 Uhr. Wir sind nicht die einzigen, an denen die Information irgendwie vorbeigegangen ist. Auffälligerweise windet sich aber kein slowenisches Auto vergebens die gepflasterten Serpentinen hoch. Wenden wäre möglich, aber auf der engen Bergstraße sehr lästig. Außerdem: Wir wollen über den Pass! Und wir haben ja Zeit...

Also stellen wir Ferdinand kurzerhand vor der Straßensperre ab und laufen ein paar Kurven weiter nach unten zur russischen Kapelle, einem winzigen Holzkirchlein, das von der Zeit zeugt, als russische Kriegsgefanngene während des ersten Weltkriegs die Passstraße bauten. Direkt an der Kapelle findet sich ein kleines Bach zum Spielen und so sind die Stunden, bis die Straße wieder geöffnet wird, schnell vorbei. Danke an den slowenischen Straßenbau – ohne Euch wären wir nicht hier gewesen! :-)

Die Soča-Quelle allerdings müssen wir rechts liegen lassen. Dafür sind wir dank der Zangspause zu spät dran und Nachtplätze gibt es erst viel weiter unten im Tal. Egal, schöne Wanderungen zu Schluchten und Wasserfällen kann man hier eigentlich überall machen. Und das tun wir dann auch – soweit eben vierjährige Beine oder willige Väter tragen...

 

"Aber das Beste war, als die Mama ins Wasser gefallen ist"

So machen wir zum Beispiel eine recht abenteuerliche Runde zu einer kleinen Kapelle, drei Wasserfällen und einer Schlucht, die für Lo1 stellenweise schon zu einem aufregenden Gekraxel wird. Und ja, ich bin dabei ins Wasser gefallen, aber nur ein bisschen. Als wir nämlich in die Schlucht hinabklettern um dort den Bach zu durchqueren, gehe ich rückwärts um das Tochterkind zu sichern. Dabei rutsche ich ab und lande im Wasser, wenn auch nur mit einem Bein. Der Rückweg wird daher einseitig etwas kühl für mich, aber dafür sind die Lacher der werten Familie ganz auf meiner Seite :-)

 

Team Ferdinand
Eine Familie unterwegs im Oldtimer-Bus

Aktuell!

Kroatien ist nett und wir haben das Badewetter genossen, aber jetzt ist es an der Zeit, dem Entdeckergeist wieder Futter zu geben. Auf nach Montenegro!

 

 

 

 

 

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